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Stimmumfang testen: So bestimmst du deine Stimmlage

Aktualisiert

Kurz gesagt

Dein Stimmumfang ist der Abstand vom tiefsten zum höchsten Ton, den du mit stabilem, bequemem Klang singen kannst, angegeben als zwei Töne (etwa A2–A4 oder A–a′) oder in Halbtönen und Oktaven. Um ihn zu testen, wärm dich auf, gleite zu deinem tiefsten sauberen und zu deinem höchsten Ton und bestimm beide mit einem Klavier, einer Stimmgerät-App oder einem kostenlosen Online-Test. Deine Stimmlage (Bass, Bariton, Tenor, Alt, Mezzosopran oder Sopran) hängt davon ab, wo dieser Umfang liegt und wo deine Stimme sich am leichtesten anfühlt, nicht nur von den Extremen.

Inhalt (7)
  1. Was ist der Stimmumfang?
  2. Stimmlagen-Tabelle: die 7 klassischen Stimmlagen
  3. Stimmumfang testen: Schritt für Schritt
  4. Welche Stimmlage habe ich?
  5. Wie dein Stimmumfang mit deiner Sprechstimme zusammenhängt
  6. Stimmumfang sicher erweitern
  7. Woran du merkst, dass du dich überanstrengst

Was ist der Stimmumfang?

Dein Stimmumfang ist der Abstand zwischen dem tiefsten und dem höchsten Ton, den du mit brauchbarem, stabilem Klang erzeugen kannst. Man gibt ihn als zwei Töne an, etwa A2–A4, oder zählt ihn in Halbtönen und Oktaven. Er ist der äußere Zaun deiner Stimme: Wo du am bequemsten singst und sprichst, liegt deutlich innerhalb davon.

Drei Begriffe werden ständig verwechselt:

BegriffBedeutungBeispiel für eine Stimme
StimmumfangTiefster bis höchster brauchbarer TonG2–G4 (24 Halbtöne, 2 Oktaven)
Tessitura (Wohlfühllage)Der Bereich, in dem die Stimme am besten klingt und am wenigsten ermüdetetwa C3–D4
SprechstimmlageDer mittlere Ton beim normalen Sprechenetwa 117 Hz, nahe Ais (A♯2)

Online-Tests und Stimmgerät-Apps verwenden meist die internationale Schreibweise: Buchstabe plus Oktavzahl. Das eingestrichene c (c′) auf dem Klavier heißt dort C4 und liegt bei etwa 261,6 Hz, der Kammerton a′ heißt A4 und liegt bei 440 Hz. Jede Oktave verdoppelt die Frequenz (A2 = 110 Hz, A3 = 220 Hz, A4 = 440 Hz), und jede Oktave hat 12 Halbtöne, den Abstand von einer Klaviertaste zur nächsten, schwarze Tasten eingeschlossen. Achtung bei englischen Notennamen: Das englische B ist das deutsche H, und das deutsche B heißt dort B♭.

Stimmlagen-Tabelle: die 7 klassischen Stimmlagen

Klassische Stimmlagen sind dadurch definiert, wo der Umfang liegt, nicht wie groß er ist. Die Bereiche unten sind die typischen Angaben aus Gesangs- und Chorpädagogik. Quellen weichen um ein, zwei Töne ab, und ausgebildete Stimmen gehen regelmäßig darüber hinaus. Nimm die Tabelle also als Landkarte, nicht als Prüfung.

StimmlageTypischer Umfang (international)Deutsche SchreibweiseEtwa in HertzHinweis
BassE2–E4E–e′82–330 HzTiefste Männerstimme
BaritonA2–A4A–a′110–440 HzGilt oft als häufigste Männerstimme
TenorC3–C5c–c″131–523 HzHöchste übliche Männerstimme in Vollstimme
Countertenoretwa G3–E5g–e″196–659 HzMännerstimme, die vor allem in Kopfstimme oder Falsett singt
AltF3–F5f–f″175–698 HzTiefste Frauenstimme
MezzosopranA3–A5a–a″220–880 HzMittlere Frauenstimme
SopranC4–C6c′–c‴262–1.047 HzHöchste Stimmlage

Jede Stimmlage umfasst etwa zwei Oktaven. Beim Sprechen nutzen Erwachsene nur einen schmalen Ausschnitt davon: Die typische Sprechtonhöhe wird meist mit etwa 85–155 Hz für Männer und 165–255 Hz für Frauen angegeben.

Stimmumfang testen: Schritt für Schritt

Wärm dich ein paar Minuten auf, gleite zu deinem tiefsten stabilen und zu deinem höchsten bequemen Ton und bestimm beide mit einem Test, einem Stimmgerät oder einem Klavier. Zähl das Ergebnis, das du dreimal wiederholen kannst, nicht das einmalige extremste Quietschen oder Brummen.

Mit dem kostenlosen Stimmumfang-Test (etwa 5 Minuten)

  1. Aufwärmen (2 bis 3 Minuten). Mach sanftes Lippenflattern, Summen und Glissandi von tief nach hoch. Eine kalte Stimme verliert oben leicht mehrere Töne. Eine schnelle Routine steht im Ratgeber Stimme aufwärmen.
  2. Öffne den Stimmumfang-Test (auf Englisch) in einem ruhigen Raum und erlaube den Mikrofonzugriff. Das eingebaute Mikrofon von Handy oder Laptop funktioniert besser als ein Bluetooth-Headset.
  3. Tiefsten Ton finden. Gleite auf „a“ oder „o“ von deiner normalen Sprechtonhöhe nach unten, bis kurz bevor die Stimme ins Knarren übergeht (Vocal Fry). Halt den tiefsten sauberen Ton etwa zwei Sekunden. Knarren zählt nicht.
  4. Höchsten Ton finden. Gleite auf „u“ oder „i“ hinauf bis zum höchsten Ton, den du ohne Pressen, Drücken oder Schreien halten kannst. Halt ihn etwa zwei Sekunden.
  5. Ergebnis lesen. Der Test zeigt deinen tiefsten und höchsten Ton, deinen Umfang in Halbtönen und Oktaven und die Stimmlagen, zu denen er passt. Er läuft im Browser, und die Aufnahme bleibt auf deinem Gerät. Die Notennamen sind englisch, ein angezeigtes B ist also dein H.
  6. Dreimal wiederholen. Behalte die Töne, die du jedes Mal erreichst.

Mit Klavier oder Keyboard-App

  1. Such das eingestrichene c (C4). Auf einem normalen Klavier ist es das c nahe der Mitte; Keyboard-Apps beschriften es meist.
  2. Sing deinen tiefsten bequemen Ton auf „a“ und spiel Tasten abwärts, bis eine passt. Schreib ihn auf, zum Beispiel A2 (großes A).
  3. Mach dasselbe mit deinem höchsten bequemen Ton.
  4. Zähl alle Tasten dazwischen, schwarze eingeschlossen. Das ist dein Umfang in Halbtönen; geteilt durch 12 ergibt er die Oktaven.

Eine kostenlose chromatische Stimmgerät-App erledigt dasselbe und zeigt dir den Ton direkt an, während du singst.

Welche Stimmlage habe ich?

Deine Stimmlage ist die beste Passung, keine Schublade. Gleich deinen Umfang mit der Tabelle ab und prüf dann, wo sich deine Stimme am leichtesten anfühlt und am vollsten klingt (deine Tessitura) und wo sie von der Bruststimme in die Kopfstimme wechselt. Zwei Menschen mit identischem Umfang können verschiedene Stimmlagen haben.

  • Achte auf Überschneidungen. Ein Umfang von A2–F4 passt zu Bariton und teilweise zu Bass und Tenor. Entscheide danach, wo das Singen mühelos ist, nicht nach den Extremen.
  • Hör auf den Registerwechsel. Tenöre bleiben meist weiter oben im vollen, bruststimmigen Klang als Baritone, bevor die Stimme leichter wird; dasselbe gilt für Soprane gegenüber Mezzosopranen.
  • Hör auf die Klangfarbe. Dunklere, schwerere Stimmen werden eher tiefer eingeordnet, hellere, leichtere eher höher, auch bei ähnlichem Umfang.
  • Leg dich nicht zu früh fest. Untrainierte Stimmen gewinnen in den ersten Monaten des Übens oft oben Töne dazu, was dich eine Kategorie höher rutschen lassen kann.

Eine tiefe Sprechstimme macht dich nicht automatisch zum Bass und eine helle nicht zum Sopran. Sprechen und Singen nutzen dasselbe Instrument, aber auf sehr unterschiedliche Weise.

Wie dein Stimmumfang mit deiner Sprechstimme zusammenhängt

Du sprichst in einem schmalen Band nahe dem unteren Ende deines Umfangs, meist ein paar Halbtöne über deinem tiefsten Ton, und deine Tonhöhe bewegt sich im normalen Gespräch typischerweise innerhalb von etwa 4 bis 8 Halbtönen. Dein Singumfang verrät also wenig darüber, wie deine Stimme im Meeting oder am Telefon klingt; dafür misst du besser direkt deine Sprechtonhöhe.

Der kostenlose Tonhöhen-Test (auf Englisch) zeigt deine mittlere Sprechtonhöhe in Hertz, den nächstgelegenen Ton und wie stark sich deine Tonhöhe beim Sprechen bewegt. Liegt deine Sprechtonhöhe direkt am Boden deines Umfangs, drückst du vielleicht nach unten und rutschst ins Knarren; liegt sie deutlich über deinem entspannten „mhm“, hebt sie vielleicht Spannung an. Wie du deine natürliche Sprechtonhöhe findest, ohne zu drücken, steht im Ratgeber Stimme tiefer machen.

Wenn dir wichtiger ist, wie deine Sprechstimme wirkt, als dein Singumfang: Voceris bewertet anhand einer kurzen Aufnahme Tiefe, Resonanz, Stabilität und sechs weitere Merkmale, und Singen ist eines der Ziele, auf die du trainieren kannst. Die App ist auf Englisch und analysiert deine Stimme, wenn du Englisch sprichst, etwa wenn du Englisch im Job oder in Präsentationen nutzt.

Stimmumfang sicher erweitern

Der Umfang wächst langsam durch entspanntes, gut gestütztes Üben, vor allem in der Höhe und meist um ein paar Töne über Monate, nicht um Oktaven in Wochen. Arbeite sanft und kurz an den Rändern und jag nie einem Ton hinterher, indem du den Hals zusammendrückst.

  1. Sirenen mit Lippenflattern (2 Minuten, 6 Wiederholungen). Lass die Lippen flattern und gleite von deinem tiefsten bequemen Ton zum höchsten und zurück. Das Flattern hält den Hals locker, während du die Ränder erkundest.
  2. Strohhalm-Glissandi (2 Minuten). Summ durch einen Trinkhalm und gleite auf und ab. Der Halm erzeugt einen sanften Gegendruck, der hohe und tiefe Töne ohne Drücken erleichtert.
  3. Ng-Glissandi (1 Minute, 8 Wiederholungen). Gleite auf „ng“ wie am Ende von „Ring“ durch deinen ganzen Umfang. Das ist ein leichter Weg, weiche Registerwechsel zu üben.
  4. Fünftonleitern (3 Minuten). Sing „a“ fünf Töne auf und ab, beginn tief und geh jeweils einen Halbton höher. Hör auf, sobald der oberste Ton anstrengend wird, und geh wieder abwärts.
  5. Abwärts auf „u“ (2 Minuten). Beginn hoch in leichter Kopfstimme und gleite auf „u“ hinunter in die Bruststimme. Glätte dabei die Stelle, an der die Stimme kippt.

Übungen mit Schwerpunkt Sprechen findest du in unseren Stimmübungen fürs Sprechen, und Atem und Resonanz, die jede Stimme tragen, im Ratgeber Sprechstimme verbessern.

Woran du merkst, dass du dich überanstrengst

Hör auf und ruh dich aus, wenn sich der Hals bei einem Ton eng, kratzig oder wund anfühlt, wenn du husten oder dich räuspern musst oder wenn du danach heiser bist. Das US-amerikanische NIDCD rät in seinen Tipps zur Stimmpflege (englisch), nicht zu sprechen oder zu singen, wenn die Stimme heiser oder müde ist, und warnt, dass Sprechen aus dem Hals ohne Atemstütze die Stimme belastet.

Dein Umfang schwankt außerdem von Tag zu Tag. Viele finden ihre Stimme direkt nach dem Aufwachen tiefer und unbeweglicher und später am Tag, aufgewärmt, freier. Teste deshalb immer zu einer ähnlichen Tageszeit.

Bei Heiserkeit, die nicht weggeht, Schmerzen beim Singen oder Sprechen oder einem plötzlichen Verlust an Umfang geh zu einer HNO-Ärztin, einem HNO-Arzt oder in eine Phoniatrie. Das sind keine Trainingsprobleme.

Häufige Fragen

Wie groß ist ein normaler Stimmumfang?

Die klassischen Stimmlagen umfassen jeweils etwa zwei Oktaven; das ist der Arbeitsbereich ausgebildeter Sängerinnen und Sänger. Viele untrainierte Erwachsene starten mit weniger, und die Höhe wächst mit regelmäßigem, entspanntem Üben meist noch etwas.

Woher weiß ich, ob ich Bariton oder Tenor bin?

Vergleich, wo deine Stimme am bequemsten ist, nicht nur deinen höchsten Ton. Baritone liegen typischerweise bei etwa A2–A4 und fühlen sich in der unteren Mitte am wohlsten, Tenöre bei etwa C3–C5 und bleiben auch weiter oben bequem, bevor die Stimme in die Kopfstimme wechselt.

Kann man den Stimmumfang erweitern?

Ja, in Maßen. Regelmäßiges Einsingen, Sirenen mit Lippenflattern und Tonleitern bringen meist ein paar Töne dazu, vor allem in der Höhe, über Wochen bis Monate. Hohe oder tiefe Töne zu erzwingen erweitert den Umfang nicht und kann dich heiser machen.

Verändert sich der Stimmumfang mit dem Alter?

Ja. Im Stimmbruch verändert sich die Stimme stark, und auch erwachsene Stimmen verschieben sich mit dem Alter und durch hormonelle Veränderungen allmählich. Außerdem schwankt der Umfang von Tag zu Tag mit Müdigkeit, Krankheit und Aufwärmen.

Ist meine Sprechstimmlage dasselbe wie mein Stimmumfang?

Nein. Deine Sprechstimmlage ist der mittlere Ton, auf dem du sprichst, meist ein paar Halbtöne über dem unteren Ende deines Singumfangs. Du kannst sie getrennt mit einem Tonhöhen-Test messen.

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